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Fehlsichtigkeit

Multifokale Linsen einfach erklärt

Wenn du von Alterssichtigkeit betroffen bist, hast du sicher schon mal von multifokalen Linsen gehört. Wir erklären dir alles, was du über multifokale Linsen wissen musst und was der Unterschied ist zwischen multifokalen Kontaktlinsen und intraokularen Linsen.

28. Oktober 2022
Lesedauer: 3 minuten
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Was sind multifokale Linsen?

Multifokallinsen (auch “Mehrstärkenlinsen”) sind eine praktische Alternative zur Gleitsichtbrille. Hast du neben Alterssichtigkeit zudem noch Kurzsichtigkeit, dann benötigst du Multifokallinsen. Im Gegensatz zu normalen Linsen besitzen sie mehrere (multi) Sehstärken und ermöglichen somit ein klares Sehen in verschiedenen Distanzen. Für eine dauerhafte Lösung gibt es implantierbare Linsen.

Man unterscheidet multifokale Linsen in bifokale und trifokale Linsen:

Bifokale Kontaktlinsen haben zwei unterschiedliche Brennpunkte und decken so zwei (bi) Sehbereiche ab – einen für die Ferne und einen für die Nähe, ohne weitere Zwischenstufen.

Trifokale Linsen verfügen über drei (tri) Brennpunkte und gewährleisten somit eine scharfe Sicht in den Nah- und Fernbereich sowie zusätzlich in einen Mittelbereich (Intermediärbereich). Trifokale Linsen gibt es in Form von Kontaktlinsen. Sie kommen aber auch oft bei einer Grauen-Star-OP zum Einsatz oder, um Alterssichtigkeit dauerhaft zu korrigieren. Hierbei werden sie anstelle der körpereigenen Linse ins Auge implantiert.

Wie funktionieren Multifokallinsen?

Multifokale Linsen besitzen verschiedene Dioptrienwerte, die stufenlos ineinander übergehen. Somit werden mehrere Bilder gleichzeitig auf die Netzhaut projiziert und das menschliche Gehirn sucht sich automatisch das schärfste Bild heraus.

Bei bifokalen Linsen erfolgt der Übergang vom Fernbereich in den Nahbereich abrupt, da sie nur zwei Sehstärken besitzen, ohne Zwischenstärken. Ein scharfes Sehen in eine mittlere Entfernung ist mit bifokalen Linsen nur eingeschränkt bis gar nicht möglich. Blickt der Linsenträger geradeaus, ermöglicht dies ein Sehen in die Ferne. Möchte er in die Nähe klar sehen, muss er seinen Blick nach unten wenden.

Die Trifokallinse verfügt über drei Brennwerte, was die Korrektur von Fehlsichtigkeiten in die Ferne und in die Nähe ermöglicht. Auch eine klare Sicht im mittleren Bereich wird ermöglicht, was beispielsweise bei der Arbeit am PC oder beim Lesen von Preisschildern wichtig ist. Die unterschiedlichen Dioptrienwerte sind auf der Linse so angeordnet, dass den Trägern ein stufenloses Sehen ermöglicht wird und keine Kopfdrehungen nötig sind, um ein scharfes Bild zu erhalten.

Wann werden multifokale Linsen eingesetzt?

Multifokallinsen kommen meistens zum Einsatz, wenn neben der Alterssichtigkeit (Presbyopie) eine Kurzsichtigkeit besteht. Multifokale Linsen sind daher eine gute Alternative bei Alterssichtigkeit, wenn du auf eine Gleitsichtbrille oder mehrere Brillen verzichten möchtest.

Multifokale Kontaktlinsen

Seitenansicht von Frau, die eine Kontaktlinse einsetzt Multifokale Kontaktlinsen gibt es, wie die meisten anderen auch, als weiche und formstabile Linsen. Zudem hast du die Wahl zwischen Tages-, Monats- oder Jahreslinsen. Sie sind für jeden geeignet, der an Alterssichtigkeit in Kombination mit Kurzsichtigkeit leidet und auf eine Gleitsichtbrille oder eine zweite Brille verzichten möchte. Hat man zudem noch eine Hornhautverkrümmung, gibt es auch torische Multifokallinsen.

Vorteile:

  • Stufenloses, scharfes Sehen in unterschiedliche Distanzen.
  • Ersetzen eine Gleitsichtbrille.
  • Können auch bei einer Hornhautverkrümmung getragen werden (torische Multifokallinsen).
  • Sitzen direkt auf dem Auge und du musst keine Kopfbewegungen machen, um ein scharfes Bild zu bekommen.

Nachteile:

  • Haben eine Eingewöhnungszeit von ca. zwei Wochen.
  • Kosten etwa das Doppelte wie normale Kontaktlinsen.

Multifokale Intraokularlinsen

Insbesondere, wenn du unter Alterssichtigkeit leidest, aber weder eine Brille noch Kontaktlinsen tragen möchtest, ist der refraktive Linsenaustausch für dich eine sichere Alternative: Die körpereigene Linse verliert im Alter an Elastizität, was die Sehfähigkeit beeinträchtigt – um deine Sicht wiederherzustellen, wird bei diesem Eingriff die körpereigene Linse durch eine multifokale Kunstlinse ausgetauscht.

Vor dem Eingriff wird das Auge mit Tropfen örtlich betäubt, sodass du keine Schmerzen spürst. Die körpereigenen Linsen werden dann mit einem Laser entfernt und die individuell angefertigten multifokalen Intraokularlinsen eingesetzt. Der Vorteil dieser Methode ist, dass gleichzeitig der Graue Star entfernt oder diesem vorgebeugt werden kann.

Vorteile:

  • Dauerhafte Korrektur der Fehlsichtigkeit möglich.
  • Die Kunstlinsen werden sehr gut vertragen.
  • Der Eingriff gilt als sehr sicher.
  • Beugt dem Grauen Star vor oder behebt diesen.
  • Ermöglicht ein Leben ohne Brille.

Nachteile:

  • Erhöhte Lichtempfindlichkeit nach Eingriff möglich.
  • Initial höhere Kosten.
  • In seltenen Fällen ist eine zweite Operation erforderlich.

Häufig gestellte Fragen zu multifokalen Linsen

Was ist der Unterschied zwischen torischen und multifokalen Kontaktlinsen?

Torische Kontaktlinsen gleichen durch ihre spezielle Form eine Hornhautverkrümmung aus, wogegen multifokale Linsen die Alterssichtigkeit korrigieren. Bist du von beiden Fehlsichtigkeiten betroffen, gibt es die Möglichkeit, torische Multifokallinsen anfertigen zu lassen. Somit kannst du auch dann auf eine Brille verzichten.

Wie hoch sind die Kosten für multifokale Linsen?

Die Kosten für multifokale Kontaktlinsen sind etwa doppelt so hoch wie für normale Linsen. Das kommt auf die individuelle Sehstärke an und ob du weiche, formstabile und Tages-, Monats- oder Jahreslinsen kaufst. Die Kosten für eine Implantation mit Multifokallinsen belaufen sich auf mehrere tausend Franken pro Auge. Die Krankenkasse übernimmt leider nur die OP beim Grauen Star und den damit verbundenen Einsatz von Einstärkenlinsen.

Wie setze ich multifokale Kontaktlinsen richtig ein?

Beim Einsetzen von multifokalen Kontaktlinsen musst du nichts Besonderes beachten. Die Handhabung ist im Prinzip dieselbe wie bei normalen Kontaktlinsen und benötigt auch hier etwas Übung. Wichtig ist, dass die Linse mittig auf der Pupille sitzt, damit sie nicht verrutscht. Denn das kann durch die unterschiedlichen Sehbereiche der Kontaktlinse zu erheblichen Einschränkungen des Sehfelds führen.

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