Fehlsichtigkeit

Kurzsichtigkeit (Myopie) erklärt

Meist macht es sich bereits im Kindesalter bemerkbar: auf einmal fällt es schwer, entfernte Gegenstände zu sehen. Fällt es auch dir schwer, Gegenstände oder Schrift aus weiterer Entfernung zu erkennen? Dann findest du in diesem Artikel wissenswerte Infos rund um die Kurzsichtigkeit.

May 13, 2022 Lesedauer: 8 minuten

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Was ist Kurzsichtigkeit?

Unter Kurzsichtigkeit, auch Myopie bezeichnet, versteht man eine Fehlsichtigkeit, bei der Gegenstände in der Nähe gut, weiter entfernte Gegenstände jedoch unscharf gesehen werden. Kurzsichtigkeit oder Myopie tritt bei etwa 23 % der Weltbevölkerung auf, mit zunehmender Tendenz.

Bei Kurzsichtigkeit handelt es sich um einen Sehfehler, bei dem die Brechkraft des Auges gestört ist. Bei Normalsichtigen werden Bilder so gebrochen, dass der Fokus auf der Netzhaut liegt. Bei Kurzsichtigen liegt der Fokus jedoch vor der Netzhaut. Dies führt dazu, dass entfernte Objekte unscharf gesehen werden und eine optische Korrektur durch eine Brille oder Kontaktlinsen erforderlich wird. Auch eine Augenlaserbehandlung kann sich zur Korrektur einer Kurzsichtigkeit eignen.

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Je nach Grad der Kurzsichtigkeit erschwert diese Unschärfe beim Sehen von Elementen in der Ferne alltägliche Aufgaben wie das Sehen eines Films im Kino oder Fernsehen. Auch das Autofahren und alle Aktivitäten oder Sportarten, die eine gute Fernsicht erfordern, können durch Kurzsichtigkeit erschwert werden.

Kurzsichtigkeit gehört neben Weitsichtigkeit zu den an den häufigsten vorkommenden Sehschwächen. Nach Angaben der WHO nimmt Kurzsichtigkeit weltweit mit alarmierender Geschwindigkeit zu. Vor allem betrifft die Zunahme der Kurzsichtigkeit Kinder und junge Menschen. Diese Zunahme ist in den südostasiatischen Ländern am höchsten und hat sich dort bereits zu einem Problem für die öffentliche Gesundheit entwickelt. Die WHO schätzt, dass sich die Häufigkeit von Myopie von 27 % der Bevölkerung im Jahr 2010 bis auf 50 % der Weltbevölkerung vermehren könnte, wenn keine wirksamen Massnahmen ergriffen werden, Die Ursachen für diesen starken Anstieg sind nicht ganz klar, man geht zum einen von erblichen Faktoren, zum anderen von Umweltfaktoren und Sehgewohnheiten aus.

Grade von Kurzsichtigkeit

Der Grad der Kurzsichtigkeit wird in der Masseinheit Dioptrien gemessen. Bei Kurzsichtigkeit werden Dioptrien negativ angegeben, also mit einem Minussymbol vor dem Wert. Bei Weitsichtigkeit werden Dioptrien ohne Minussymbol angegeben, also als positive Zahlen. Dioptrien werden in Stufen von 0,25 gemessen. Ein Augenarzt oder Optiker kann das Sehvermögen messen und die Kurzsichtigkeit durch eine Augenuntersuchung bestätigen. Je nach Schweregrad wird Myopie in verschiedene Stufen eingeteilt:

  • Leichte Kurzsichtigkeit: Unter einer leichten Kurzsichtigkeit spricht man bei -0,5 bis -3 Dioptrien. Bei leichter Kurzsichtigkeit sind Tätigkeiten wie Autofahren oder Fernsehen ohne Sehhilfe nicht möglich.
  • Mittelschwere Kurzsichtigkeit: Sehstärken von -3 bis -6 Dioptrien gelten als mittelschwere Kurzsichtigkeit. Die Kurzsichtigkeit beginnt hier bereits in kurzer Distanz vor dem Gesicht. Betroffene müssen eine Sehhilfe tragen, um den Alltag normalbewältigen zu können.
  • Schwere Kurzsichtigkeit beginnt bei -6 Dioptrien und reicht bis -8 Dioptrien. Betroffene können Gegenstände nur scharf sehen, wenn sie sich direkt vor dem Gesicht befinden, d. h. in höchstens ca. 30 bis 40 cm Entfernung.
  • Hohe Myopie ist bei Sehstärken von mehr als -8 Dioptrien gegeben. Von hoher Myopie sind etwa 2 Prozent der Bevölkerung betroffen. Schwere Myopie kann zu ernsten Augenschädigungen führen, wenn sie nicht rechtzeitig behandelt wird. Dazu gehören beispielsweise Netzhautablösung oder Blindheit.

Kurzsichtig oder Weitsichtig?

Sehschwächen können sich entweder so bemerkbar machen, dass man Gegenstände in der Ferne schlecht erkennt. In diesem Fall spricht man von Kurzsichtigkeit bzw. Myopie. Wenn man weiter entfernten Gegenständen als scharfes Bild sieht, Gegenstände in der Nähe dagegen als unscharfes Bild, spricht man von Weitsichtigkeit oder Hyperopie.

Myopie und Hyperopie sind also gegensätzliche Sehschwächen, bei denen der Fokus entweder vor oder hinter der Netzhaut liegt. Dabei spielen die Augenmuskeln eine Rolle, die sozusagen für die Scharfstellung des Auges verantwortlich sind.

Dieses Scharfstellen des Auges auf Gegenstände in unterschiedlicher Entfernung bezeichnet man mit dem Fachbegriff Akkommodation. Bei der Akkommodation verändern die Muskeln im Auge die Dicke der Linse, je nachdem, ob entfernte oder nahe Gegenstände scharf gesehen fokussiert werden.

Bei einer Fokussierung von Gegenständen nah vor den Augen erschlaffen die für die Dickenregulierung der Linse zuständigen Muskeln, die Dicke nimmt zu und damit auch ihre Brechkraft. Bei weiter entfernten Gegenständen dagegen spannen sich die Muskeln an, die Linse wird flacher und die Brechkraft nimmt ab. In beiden Fällen liegt der Fokuspunkt im Idealfall auf der Netzhaut, sodass das Bild scharf gesehen wird.

Bei Kurz- oder Weitsichtigkeit ist dieser Vorgang jedoch gestört, sodass der Fokus nicht genau auf die Netzhaut trifft. Daher sehen Kurzsichtige Gegenstände in der Ferne unscharf, Weitsichtige Menschen sehen Gegenstände in der Ferne dagegen scharf, in der Nähe dagegen verschwommen. Um Weitsichtigkeit zu korrigieren, müssen die Betroffenen eine Lesebrille tragen, Kurzsichtige brauchen eine Brille oder Kontaktlinsen, um fernzusehen oder Auto zu fahren. Auch eine Augenlaserbehandlung kann sich eignen, um Kurzsichtigkeit zu korrigieren.

Eine Kurzsichtigkeit tritt häufig auch in Kombination mit einer Hornhautverkrümmung auf.

Diese Symptome treten bei Kurzsichtigkeit auf

Kurzsichtigkeit bedeutet nicht nur, entfernte Gegenstände verglichen mit Normalsichtigen schlechter sehen zu können. Ein unscharfes Bild von weiter entfernten Objekten ist etwas, das kurzsichtige Menschen relativ einfach mit einer Brille oder Kontaktlinsen korrigieren können, sodass sie wieder gut sehen. Neben dem unscharfen Sehen können bei Kurzsichtigkeit allerdings noch weitere Symptome auftreten, wie zum Beispiel:

  • Schwindelgefühl
  • Kopfschmerzen
  • Verspannungen in Schulter und Nacken durch angestrengtes Sehen
  • Reizung der Augen durch ständiges Zusammenkneifen

Dies sind häufige Symptome von Kurzsichtigkeit, die sich meistens durch das Tragen einer geeigneten Sehhilfe bessern.

Mögliche Folgen von Kurzsichtigkeit

Kurzsichtigkeit kann zu weiteren Folgeerscheinungen führen. Vor allem bei starker Kurzsichtigkeit über -8 Dioptrien können in seltenen Fällen noch weitere, schwerere Symptome oder Augenerkrankungen auftreten:

  • Grauer Star: Beim grauen Star, auch als Katarakt bezeichnet, trübt sich die Linse zunehmend. Grauer Star kann durch eine Operation geheilt werden.
  • Grüner Star: Im Gegensatz zum Grauen Star ist hier der Sehnerv betroffen, nicht die Linse. Grüner Star kann durch Medikamente therapiert oder operativ behandelt werden. Durch beide Massnahmen lässt sich allerdings nur eine Besserung erzielen.
  • Verflüssigung des Glaskörpers. Dies macht sich im Anfangsstadium dadurch bemerkbar, dass Schatten oder Punkte im Sichtfeld auftreten. Sollten Sie solche Symptome feststellen, suchen Sie am besten umgehend einen Augenarzt auf.
  • Netzhautablösung: Bei einer schweren Kurzsichtigkeit von mehr als -8 dpt kann es ausserdem zu einer Netzhautablösung kommen, die letztendlich zur permanenten Blindheit führt.

Diese Ursachen kann Kurzsichtigkeit haben

Kurzsichtigkeit tritt meistens bereits im Kindesalter auf. Der genaue Grund, warum manche Kinder kurzsichtig werden und andere nicht, ist zwar nicht vollständig geklärt, doch scheint die Vererbung ein Faktor zu sein, wenn auch nicht der einzige.

Diese Ursachen für Kurzsichtigkeit sind bekannt:

  • Vererbung: Wenn beide Eltern kurzsichtig sind, besteht ein höheres Risiko, dass auch ihre Kinder kurzsichtig sind. Es ist jedoch nicht möglich, allein durch die Untersuchung der familiären Abstammung vorherzusagen, ob Kinder eine gute Sehkraft haben werden oder nicht. Die ersten Anzeichen treten meistens im Alter von 10 Jahren auf, wenn die Kinder in der Schule nicht mehr gut erkennen können, was der Lehrer auf die Tafel schreibt. Daher spricht man bei dieser einfachen Myopie (Myopia Simplex) oft auch von „Schulmyopie“, obwohl die Schule an sich nicht die Ursache für die Kurzsichtigkeit ist.
  • Brechungsfehler: Man spricht von einer Brechungsmyopie, wenn die Hornhaut oder die Linse keine glatte, gleichmässige Krümmung aufweisen. In diesem Fall werden die Lichtstrahlen nicht richtig gebrochen.
  • Anatomie des Auges: Kurzsichtigkeit tritt in der Regel auf, wenn der Augapfel länger als normal ist. Ein zu langer Augapfel führt dazu, dass das Licht vor der Netzhaut und nicht auf ihr fokussiert wird, was zu unscharfen Bildern von weit entfernten Objekten führt. Eine andere Form der Myopia kann auftreten, wenn die Hornhaut zu stark gekrümmt ist, sodass die Augenlinse den Brechwert falsch einstellt.
  • Achsenmyopie: Unter Achsenmyopie versteht man die am häufigsten vorkommende Form der Kurzsichtigkeit: Durch einen zu langen Augapfel liegt der Fokuspunkt vor der Netzhaut statt auf der Netzhaut, die fokussierten Gegenstände erscheinen daher unscharf.
  • Ermüdung des Auges, z. B. durch häufiges Lesen oder Naharbeit bei schlechtem Licht. Einigen Studien zufolge kann ein geringer Aufenthalt im Freien die Wahrscheinlichkeit der Entwicklung von Kurzsichtigkeit erhöhen.
  • Alterssichtigkeit: Kurzsichtigkeit kann eine einfache Alterserscheinung sein: Die Sehkraft der Augen lässt schleichend nach. Die Ursache sind erschlaffende Augenmuskeln, die die Brechkraft der Linse nicht mehr ausreichend gut regulieren und den Brechwert anpassen. So entsteht eine Brechungsmyopie.
  • Maligne Myopie: Dies ist eine seltene Form der Kurzsichtigkeit, die durch ein fortgesetztes Wachstum des Augapfels gekennzeichnet ist. Der Augapfel wächst immer mehr an und die Myopie nimmt im gleichen Masse zu. Bei dieser bösartigen Form der Myopie können Sehstärken von bis zu -30 dpt auftreten.
  • Erkrankungen der Aderhaut: Die Aderhaut ist im Wesentlichen für die Blutversorgung des Auges zuständig. Über die Blutgefässe der Aderhaut wird das Auge mit Nährstoffen versorgt. Bei Erkrankungen der Aderhaut wie zum Beispiel einer Entzündung oder Uveitis kann die Linse daher verkümmern oder sich versteifen, oder andere wichtige Bereiche wie die Netzhaut nicht mehr ausreichend mit Nährstoffen versorgt werden. Infolgedessen funktioniert die Brechkraftregulierung nicht mehr und eine Beeinträchtigung der Sehkraft kann die Folge sein.

Wie wird Kurzsichtigkeit diagnostiziert?

Um Kurzsichtigkeit zu diagnostizieren, verfügt jeder Augenarzt oder Augenoptiker über geeignete Instrumente.

Zunächst misst er die Sehstärke mit einem Sehtest.  Dazu werden Buchstaben und Zahlen in abnehmender Grösse aus einer Distanz heraus von einer Tafel abgelesen. Der Sehtest wird für jedes Auge einzeln durchgeführt, das jeweils andere Auge wird dabei abgedeckt.

Danach wird das Auge vermessen und das Augeninnere mit einem sogenannten Siaskop untersucht. Dieses Gerät wirft Licht in die Pupille und misst anhand von Schattenbildung die Sehstärke.

Anschliessend werden meistens verschiedene Glasstärken zur Korrektur probiert, bis die an der besten geeigneten Stärke gefunden wurde. Das Ergebnis der Augenuntersuchung wird in der Masseinheit Dioptrien angegeben, sodass der Augenoptiker dementsprechend eine Sehhilfe anfertigen kann.

Behandlungsmöglichkeiten bei Kurzsichtigkeit

Kurzsichtigkeit kann ggfs. vorgebeugt und entweder mittels Sehhilfen oder einer Augenlaseroperation korrigiert werden.

Vorbeugung und Verlangsamung

Zur Vorbeugung und Verlangsamung des Fortschreitens von Kurzsichtigkeit ist zudem eine gesunde, vitaminreiche Ernährung und ein Vermeiden von Überanstrengungen der Augen ratsam. Häufig in die Ferne zu schauen, ist für die Augen eine regelrechte Erholung.

Sehhilfen

Kurzsichtigkeit zu behandeln, ist für jeden Augenarzt und Optiker Routine. Je nach Sehstärke und Lebensstil wird der Augenarzt entweder eine Brille oder Kontaktlinsen als Sehhilfe verschreiben. In jedem Fall sind Brillen für Kurzsichtige mit sogenannten Minusgläsern ausgestattet, im Gegensatz zu Brillen für Weitsichtige.

Brillengläser, die Kurzsichtigkeit korrigieren, sind konkav, um den Winkel des einfallenden Lichts zu vergrössern. Man spricht bei Minusgläsern zur Korrektur von Kurzsichtigkeit auch von einer Zerstreuungslinse.

Eine Brille bietet den Vorteil, dass sie sofort Abhilfe schafft. Wer nur eine leichte Kurzsichtigkeit von -05 dpt hat und im Alltag auch ohne Sehhilfe zurechtkommt, für den eignet sich beispielsweise eine Brille, die er beim Autofahren oder Fernsehen trägt.

Wer hingegen sportlich aktiv ist, für den sind Kontaktlinsen gut geeignet, oder auch spezielle Sportbrillen. Bei diesen bestehen die Brillengläser aus bruchfestem und besonders leichtem Kunststoff. Kontaktlinsen bieten Bewegungsfreiheit und vermeiden unangenehme Begleiterscheinungen wie Druckstellen auf der Nase, Rutschen oder Anlaufen der Brillengläser.

Meistens ist eine Eingewöhnungszeit erforderlich, um die Augen an das Tragen von Kontaktlinsen zu gewöhnen. Hygiene ist wichtig. Je nach Fall empfehlen Augenärzte und Optiker Monatslinsen oder Tageslinsen.

Augenlaserbehandlung

Wer nicht zu einer Sehhilfe greifen möchte, hat durch die moderne Medizin noch weitere Möglichkeiten. Die Brechkraft des Auges kann, wenn du alle Voraussetzungen erfüllst, auch durch eine Augenoperation korrigiert werden. Dabei trägt ein Augenlaser mikrofeine Schichten von der Hornhaut ab, um den Winkel der einfallenden Lichtstrahlen zu korrigieren. Dadurch treffen die Lichtstrahlen wieder auf der Netzhaut auf und diese erzeugt ein scharfes Bild.

Der Vorteil einer Augenlaserbehandlung liegt auf der Hand: Du bist nicht mehr auf Sehhilfen angewiesen. In vielen Fällen kann die Behandlung eine Fehlsichtigkeit zudem sogar besser korrigieren als ein Sehhilfe.

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