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Gesunde Augen

Augenfarbe ändern – Möglichkeiten und Risiken

Bestimmt hast du dich schon gefragt, wie die unterschiedlichen Augenfarben zustandekommen – und vielleicht hast du schon mal wissen wollen, wie du mit einer anderen Augenfarbe ausschaust. Es gibt tatsächlich Möglichkeiten, die Augenfarbe kurz- oder langfristig zu verändern. Wir zeigen dir diese auf und warnen aber auch vor den Risiken, die damit einhergehen können.

Letztes Update: 8. Januar 2024Erstellt von: betterviewLesedauer: 5 minuten
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Woher kommt die Augenfarbe?

Wenn wir von Augenfarbe sprechen, ist damit die Iris (umgangssprachlich auch Regenbogenhaut genannt) des Auges gemeint. Diese ist von Natur aus braun, grau, grün, blau oder ein Mix aus diesen Farben.

Die Iris besteht aus zwei Schichten: dem Stroma und dem Pigmentblatt. In der Mitte der Iris befindet sich eine Öffnung – die Pupille.

Die Farbe der Iris ist abhängig von der Menge und Dichte des Stoffs Melanin ab. Dabei handelt es sich um Pigmente, welche verantwortlich sind für die Tönung von Augen, Haut und Haaren. Von Natur aus sind Melanin-Pigmente dunkelbraun bis gelblich-rötlich. Produziert der Körper eine grössere Menge Melanin-Pigmente, hat der Mensch dunkle, also braune Augen. Verfügt er hingegen über weniger Melanin-Pigmente, führt das zu grünen, grauen oder blauen Augen.

Genetische Bestimmung

Es ist genetisch vorbestimmt, welche Augenfarbe ein Mensch bekommt. Unsere Eltern vererben uns die Gene, welche beeinflussen, wie viel Melanin der Körper produziert. Man kann nicht mit 100%-iger Sicherheit voraussagen, welche Augenfarbe das Kind genau bekommt – aber man kann die Tendenz und die Wahrscheinlichkeit für eine Augenfarbe festlegen. Allgemein gilt: braune und grüne Augen werden dominant vererbt, wohingegen graue und blaue Augen rezessiv vererbt werden. Das bedeutet so viel wie, dass braune und grüne Augen sich eher durchsetzen in der Vererbung als graue und blaue Augen.

90% der Menschen weltweit haben braune Augen. Am seltensten kommt eine grüne Augenfarbe vor – nur rund 2% der Weltbevölkerung hat diese Augenfarbe. Die restlichen Personen haben graue, blaue oder einen Mix aus diesen Farben als Augenfarbe.

Zudem gibt es zwei seltene Phänomene von speziellen Iris-Einfärbungen:

Albinismus

Personen mit Albinismus haben eine angeborene Störung in der Melanin-Bildung. Das heisst, sie produzieren deutlich weniger Pigmente, was zu einem Pigmentmangel führt. In der Folge haben sie sehr helle Haut, Haare und eben auch Augen. Ihre Iris kann von einem ganz hellen Blau bis zu einem hellen Braun gehen. In sehr seltenen Fällen sind die Augen so hellblau, dass sie beinahe rosa erscheinen.

Iris-Heterochromie

Eine Iris-Heterochromie bedeutet, dass die beiden Augen eines Menschen unterschiedliche Farben aufweisen. So ist beispielsweise das eine Auge braun, das andere blau. Der Grund ist, dass die Pigmentierung in einem Auge gestört ist. So haben die beiden Augen einen unterschiedlich hohen Anteil an Melanin-Pigmenten, was zu verschiedenen Farben führt.

Welche Möglichkeiten gibt es, die Augenfarbe zu ändern?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die natürliche Augenfarbe zu verändern. Diese können eine kurzfristige oder eine dauerhafte Veränderung darstellen. Wir stellen euch die unterschiedlichen Möglichkeiten vor:

Irisimplantate

Eine dauerhafte Möglichkeit, die Augenfarbe zu ändern, sind Irisimplantate. Bei Irisimplantationen handelt es sich um operative Eingriffe, bei denen eine farbige Silikonscheibe in die Vorderkammer des Auges – also vor die Iris – eingesetzt wird. Die Silikonscheibe kann eine beliebige Farbe haben und so die körpereigene Regenbogenhaut überdecken. Die Behandlung hat zwar ein Resultat, das natürlich aussieht, ist aber auch mit zahlreichen Risiken verbunden: Es handelt sich um einen operativen Eingriff und ausserdem ist von Natur aus in der Vorderkammer des menschlichen Auges eigentlich gar kein Platz für Implantate vorgesehen.

Hornhauttätowierung

Bei einer Hornhauttätowierung handelt es sich um eine permanente Veränderung der Iris. In der Fachsprache spricht man auch von der kosmetischen ringförmigen Keratopigmentation. Dabei wird eine Tätowierung mit einem Femtosekundenlaser gemacht. Zuerst wird ein ringförmiger Hohlraum in der Hornhaut ausgearbeitet, der danach mit den gewünschten Farbpigmenten gefüllt wird. Die Behandlung dauert rund 45 Minuten.

Farbige Kontaktlinsen

Ein Merkmal von farbigen Kontaktlinsen ist, dass sie nicht zu einer dauerhaften Veränderung der Augenfarbe führen, sondern die Verwendung von solchen lediglich eine kurzfristige und jederzeit rückgängig zu machende Handlung darstellen. Von den drei Möglichkeiten stellt sie die einfachste und sicherste dar – und das obwohl Kontaktlinsen doch zahlreiche Risiken mit sich bringen. Dabei wird eine eingetönte Kontaktlinse in der Wunschfarbe auf die Oberfläche des Auges gesetzt. Der farbige Teil deckt die Iris des Auges ab. Farbige Kontaktlinsen sind auch mit Korrektur erhältlich – so kann eine Fehlsichtigkeit im selben Schritt auskorrigiert werden.

Man unterscheidet zwischen zwei verschiedene Kategorien von farbigen Kontaktlinsen:

  • Opake Farblinsen: Für die komplette Veränderung der eigenen Augenfarbe, auch von dunklen Farben zu hellen Farben. Diese Linsen sind undurchsichtig, damit die eigene Augenfarbe komplett abgedeckt werden kann.

  • Semi-opake Farblinsen: Diese Kontaktlinsen enthalten schwache Pigmente in verschiedenen Farbtönen – grün oder blau beispielsweise. Sie dienen dazu, die eigene Augenfarbe zu optimieren bzw. die Farbintensität zu verstärken und sind an sich transparent.

Welche Risiken haben Eingriffe zur Änderung der Augenfarbe?

Beide Eingriffe zur Änderung der Augenfarbe sind mit hohen Risiken für die Gesundheit verbunden. Entzündungen, Unverträglichkeiten auf den Farbstoff, Schädigungen an Hornhaut, Linse oder Iris, erhöhte Lichtempfindlichkeit, Fremdkörpergefühl im Auge, erhöhter Augeninnendruck und beeinträchtigtes Hell-Dunkel- sowie Dämmerungssehen sind nur einige davon.

Risiken der Irisimplantate

Zu den Risiken und Gefahren einer Irisimplantation gehören:

  • Entzündungen
  • Erhöhte Lichtempfindlichkeit
  • Fremdkörpergefühl im Auge
  • Schwere Schädigungen an Hornhaut, Iris oder Linse
  • Sekundärglaukom

Da in der Vorderkammer des menschlichen Auges eigentlich gar kein Platz ist, um ein Implantat einzusetzen, besteht die Gefahr, dass dadurch der Augendruck ansteigt. Die Folge von erhöhtem Augeninnendruck kann ein Sekundärglaukom, also ein Grüner Star (Glaukom), sein. Anzeichen für einen erhöhten Augeninnendruck sind oft nicht wahrnehmbar und die Schäden, die dadurch entstehen können, sind irreversibel. Im schlimmsten Fall und ohne entsprechende Behandlung kann dies bis zur Erblindung führen.

Risiken der Hornhauttätowierung

Auch eine Hornhauttätowierung birgt grössere Risiken und Gefahren für die Gesundheit:

  • Schwere Entzündungen
  • Unverträglichkeiten auf den verwendeten Farbstoff
  • Schädigungen der Hornhaut

Eine weitere Nebenwirkung der beiden Eingriffe ist eine beeinträchtige Anpassung des Auges an verschiedene Lichtverhältnisse: Die Iris passt sich normalerweise automatisch an die jeweiligen Lichtverhältnisse an. Sie weitet sich bei Dämmerung und verschliesst sich bei grosser Helligkeit, um den Lichteinfall ins Auge zu regulieren und eine gute Sicht bei unterschiedlichen Beleuchtungssituationen zu gewährleisten. Nach den Eingriffen kann sie dies nicht mehr, was besonders nachts oder in der Dämmerung zu einer Minderung der Sehleistung führen kann.

Zu beiden Eingriffen – Irisimplantation und Hornhauttätowierung – gibt es keine Langzeitstudien: Weitere Nebenwirkungen und die langfristigen gesundheitlichen Folgen, die zu einem späteren Zeitpunkt auftreten könnten, können also nicht ausgeschlossen werden.

Gibt es Risiken beim Tragen von farbigen Kontaktlinsen?

Farbige Kontaktlinsen haben dieselben Risiken wie alle anderen Typen von Kontaktlinsen. Generell ist wichtig, dass die Anpassung der Kontaktlinsen beim Optiker erfolgt. So kann ein richtiger Sitz sowie die optimale Korrektur eingestellt werden. Auch sollten die Pflegemittel nach Anweisung verwendet werden, damit die Hygiene gewährleistet ist. Die vorgeschriebene Tragedauer sollte nicht überschritten werden. Ebenfalls sollten die verwendeten Kontaktlinsen in regelmässigen Abständen überprüft werden, denn eine Kontaktlinsenunverträglichkeit kann jederzeit auftreten. Auf Beschwerden sollte sofort reagiert werden.

Kontaktlinsen sollten ausserdem nicht von unseriösen Herstellern bestellt werden. Besonders an Fasnacht oder Halloween greifen viele Leute zu farbigen Kontaktlinsen für eine ausgefallene Verkleidung. Auch hier ist es wichtig, vor dem Aufsetzen die Hände gründlich zu waschen, die Tragedauer einzuhalten und bei Beschwerden die Kontaktlinsen sofort zu entfernen. Der Nachteil dieser farbigen Kontaktlinsen ist, dass sie eine geringe Sauerstoffdurchlässigkeit aufweisen. Vor allem die bunten Linsen für Halloween bestehen oft aus minderwertigen Materialien und können der Augengesundheit schaden. Die Folge kann eine Neovaskularisation, eine Bindehautentzündung oder sogar eine Hornhautentzündung sein.

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Zulassung in der Schweiz

Irisimplantate und Hornhauttätowierungen aus kosmetischen Gründen sind in der Schweiz nicht zugelassen. Aus gesundheitlichen Gründen oder zur kosmetischen Rekonstruktion von Augen kommen Irisimplantate und Hornhauttätowierungen zum Einsatz – beispielsweise nach Unfällen oder bei Personen, die an Aniridie oder Iriskolobom leiden.

Farbige Kontaktlinsen können sowohl ohne als auch mit Korrektur bei Optikern bezogen werden. Auch in sonstigen Geschäften können beispielsweise an Halloween Kontaktlinsen mit spezieller Einfärbung gekauft werden. Hier gilt es zu beachten, dass du das Auf- und Absetzen der Kontaktlinsen bereits kennst und die Hygienevorschriften beachtest. Auch sollten die Linsen nach der empfohlenen Tragedauer aus dem Auge entfernt werden.

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