Tränenfilm

Der Tränenfilm ist eine dünne Schicht aus Tränenflüssigkeit, welche die Oberfläche des Auges bedeckt. Er besteht aus drei Schichten: dem lipidhaltigen Aussenfilm, dem wässrigen Mittelfilm und dem mukösen Innenfilm. Diese Schicht schützt das Auge vor Austrocknung und sorgt für eine klare Sicht.

Welche Funktion hat der Tränenfilm?

Der Tränenfilm spielt eine entscheidende Rolle für die Gesundheit und das Wohlbefinden des Auges. Er schützt die empfindliche Oberfläche des Auges insbesondere vor dem Austrocknen und vor schädlichen Ausseneinflüssen. Der Tränenfilm erfüllt mehrere wichtige Funktionen:

Befeuchtung und Schmierung

Die wässrige Komponente des Tränenfilms sorgt für eine konstante Befeuchtung der Augenoberfläche bei jedem Lidschlag. Diese Feuchtigkeit unterstützt nicht nur das reibungslose Blinzeln, sondern auch die Bewegung des Augapfels.

Nährstoffversorgung

Der Tränenfilm transportiert Nährstoffe, Sauerstoff und andere wichtige Substanzen zu den Zellen der Hornhaut und der Bindehaut. Diese Versorgung ist entscheidend für die Gesundheit und das Überleben der Zellen sowie die normale Funktion der einzelnen Augenschichten.

Schutz vor Infektionen

Die antimikrobiellen Eigenschaften der Tränenflüssigkeit helfen dabei, schädliche Bakterien und Viren von der Augenoberfläche fernzuhalten. Sie wirkt wie eine natürliche Barriere, die das Eindringen von Krankheitserregern verhindert.

Reinigung

Der Tränenfilm spült Schmutz, Staub und andere Fremdkörper von der Augenoberfläche weg. Dieser Reinigungsmechanismus trägt dazu bei, die Augen klar und frei von Irritationen zu halten.

Unterstützung des Sehens

Eine gleichmässige und stabile Tränenfilmschicht ist unerlässlich für eine klare Sicht. Sie trägt dazu bei, Lichtbrechungen an der Augenoberfläche zu minimieren und die Sehqualität zu verbessern.

Die sorgfältige Balance und Zusammensetzung dieser verschiedenen Funktionen gewährleisten einen gesunden und funktionalen Tränenfilm, der das Auge vor äusseren Einflüssen schützt und zu einem klaren und komfortablen Seherlebnis beiträgt.

Wie ist der Tränenfilm aufgebaut?

Der Tränenfilm ist aus drei Schichten aufgebaut: einer lipidhaltigen Aussenschicht, einer wässrigen Mittelschicht und einer mukösen Innenschicht. Die lipidhaltige Schicht verhindert das Verdunsten, die wässrige liefert Nährstoffe und die muköse Schicht verteilt den Film gleichmässig und entfernt Fremdkörper.

  • Äussere Lipidschicht: Diese Schicht, die von den Meibom-Drüsen produziert wird, liegt oben auf dem Tränenfilm und verhindert das schnelle Verdunsten der Tränenflüssigkeit, indem sie eine Barriere gegenüber der Umgebung bildet. Die Lipide sorgen für Stabilität und Glätte des Tränenfilms. Lipide sind Fette, die im Körper wichtige Aufgaben erfüllen, wie z. B. als Bausteine von Zellmembranen und als Energielieferanten.

  • Wässrige mittlere Schicht: Diese Schicht wird von den Tränendrüsen produziert und bildet den Grossteil des Tränenfilms. Sie enthält Wasser sowie verschiedene Proteine, Elektrolyte und andere Substanzen, die für die Feuchtigkeit und die Nährstoffversorgung der Hornhaut wichtig sind. Die wässrige Schicht hilft auch dabei, Fremdkörper aus dem Auge zu spülen.

  • Muköse innere Schicht: Diese Schicht wird von speziellen Zellen in der Bindehaut produziert und bildet den untersten Teil des Tränenfilms, der direkt auf der Augenoberfläche liegt. Die muköse Schicht enthält schleimige Substanzen, die eine gleichmässige Verteilung des Tränenfilms auf der Augenoberfläche ermöglichen und die Haftung des Films an der Hornhaut verbessern. Sie dient auch dazu, Fremdkörper zu entfernen und das Auge vor Reizungen zu schützen.

Welche Faktoren können den Tränenfilm stören?

Der Tränenfilm kann durch verschiedene Faktoren gestört werden, die seine Zusammensetzung oder Verteilung beeinträchtigen.

Dazu gehören:

  • Umgebungsbedingungen: Trockene Luft, insbesondere in klimatisierten oder beheizten Räumen, kann dazu führen, dass der Tränenfilm schneller verdunstet und somit austrocknet.

  • Augenkrankheiten: Bestimmte Augenerkrankungen wie Blepharitis (Lidrandentzündung), Konjunktivitis (Bindehautentzündung) oder eine Lidfehlstellung können die Produktion oder Qualität des Tränenfilms beeinträchtigen.

  • Kontaktlinsen: Das Tragen von Kontaktlinsen kann die natürliche Verteilung des Tränenfilms auf der Augenoberfläche stören und zu Trockenheit oder Reizungen führen.

  • Hormonelle Veränderungen: Hormonelle Veränderungen, wie sie während der Menopause oder der Schwangerschaft auftreten, können die Tränenproduktion beeinflussen und zu einem gestörten Tränenfilm führen.

  • Medikamente: Bestimmte Medikamente, wie Antihistaminika, Antidepressiva oder Betablocker, können die Produktion von Tränen reduzieren oder die Zusammensetzung des Tränenfilms verändern.

  • Umweltfaktoren: Rauch, Staub, Pollen oder andere Umweltfaktoren können Reizungen verursachen und den Tränenfilm stören.

  • Bildschirmarbeit: Intensives Arbeiten am Computerbildschirm oder längere Bildschirmzeit kann zu verminderter Lidschlagfrequenz führen, was die natürliche Verteilung des Tränenfilms beeinträchtigt.

Was sind die Symptome eines gestörten Tränenfilms?

Ein gestörter Tränenfilm kann zu einer Reihe von Symptomen führen, die das Wohlbefinden und die Sehfähigkeit beeinträchtigen.

Zu den häufigsten Symptomen gehören:

  • Trockenheit und Brennen: Ein gestörter Tränenfilm führt oft zu trockenen Augen, die sich als unangenehmes Brennen oder Kratzen äussern. Dieses Symptom kann besonders bei längerem Arbeiten am Computerbildschirm oder in klimatisierten Räumen auftreten.

  • Fremdkörpergefühl: Betroffene beschreiben oft das Gefühl, einen Fremdkörper im Auge zu haben, der nicht entfernt werden kann. Dieses Symptom kann durch eine unzureichende Benetzung der Augenoberfläche durch den Tränenfilm verursacht werden.

  • Rötung und Reizung: Ein gestörter Tränenfilm kann zu einer erhöhten Reizung der Augen führen, die sich durch Rötung und ein unangenehmes Gefühl äussern kann. Dies kann sowohl aufgrund von Entzündungen als auch einer unzureichenden Verteilung des Tränenfilms auftreten.

  • Lichtempfindlichkeit: Die Augen können bei einem gestörten Tränenfilm empfindlicher auf Licht reagieren, was zu Blendung und Unbehagen in hellem Licht führt. Dies kann die Sehfähigkeit und damit auch die Lebensqualität stark beeinträchtigen

  • Verschwommenes Sehen: Eine unzureichende Benetzung der Augenoberfläche kann zu verschwommenem Sehen führen, da der Tränenfilm eine klare Sicht ermöglicht, indem er die Hornhaut glättet und Fremdkörper wegspült. Ein gestörter Tränenfilm kann dieses Gleichgewicht stören und zu einer Beeinträchtigung der Sehschärfe führen.

Es ist wichtig zu beachten, dass die Symptome eines gestörten Tränenfilms von Person zu Person variieren können und von der Ursache der Störung abhängen. Eine rechtzeitige Diagnose und Behandlung durch einen Augenarzt ist entscheidend, um langfristige Komplikationen zu vermeiden und das Wohlbefinden der Betroffenen zu verbessern.

Wie kann ich meinen Tränenfilm verbessern?

Um deinen Tränenfilm zu verbessern, kannst du folgende Massnahmen ergreifen:

  • Ausreichend Wasser trinken: Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist wichtig für die Produktion von Tränenflüssigkeit. Trinke täglich mindestens 8 Gläser Wasser (ca. 1,5 Liter).

  • Gesunde Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse, die reich an Vitaminen und Omega-3-Fettsäuren ist, unterstützt die Gesundheit deiner Augen.

  • Vermeide trockene Umgebungen: Vermeide trockene Umgebungen und verwende bei Bedarf einen Luftbefeuchter, besonders in klimatisierten oder beheizten Räumen.

  • Häufiges Blinzeln: Versuche bewusst häufiger zu blinzeln, insbesondere bei Bildschirmarbeit, um die Verteilung des Tränenfilms zu fördern.

  • Bildschirmpausen: Mache regelmässig Pausen bei der Bildschirmarbeit, um deine Augen zu entlasten und die Trockenheit zu reduzieren.

  • Kontaktlinsenpflege: Befolge die Anweisungen deines Augenarztes für die richtige Pflege und Reinigung deiner Kontaktlinsen, um Reizungen zu vermeiden.

  • Augentropfen: Verwende bei Bedarf künstliche Tränen oder spezielle Augentropfen, um Trockenheit und Reizungen zu lindern. Frage deinen Augenarzt nach geeigneten Produkten.

  • Augenübungen: Führe regelmässig Augenübungen durch, um die Augenmuskeln zu stärken und die Tränenproduktion zu fördern.

  • Ausreichend Schlaf: Achte auf ausreichend Schlaf, um deine Augen zu regenerieren und die Produktion von Tränenflüssigkeit zu unterstützen.

  • Augenarzt aufsuchen: Bei anhaltenden Beschwerden oder Symptomen von trockenen Augen solltest du einen Augenarzt aufsuchen, um die Ursache abklären zu lassen und eine individuelle Behandlung zu erhalten.

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